Exotischer Feuerwehr Einsatz Stendal

In Stendal musste die Feuerwehr eine exotische Spinne aus einer Küche beseitigen.

Die Stendaler Freiwillige Feuerwehr hat Samstagnacht in der Wohnung eines Rentnerehepaares eine exotische Spinne, vermutlich handelt es sich um eine giftige Art der Gattung Kammspinnen (Bananenspinne), sichergestellt.

Die Alarmierung am Sonnabend den 08. 07.17 um 23.21 Uhr rief, wie bei derartigen Einsätzen geplant, entsprechende Technik, ein Hilfeleistungslöschfahrzeug HLF 20, einen Gerätewagen Umweltschutz und einen Einsatzleitwagen und insgesamt 16 Einsatzkräfte in den Stendaler Ortsteil Wahrburg.

Text/Fotos: Stadt Stendal

Aufgrund der unklaren Lage wurden die Einsatzkräfte, in von der Außenwelt vollständig trennende Schutzanzüge gekleidet, zur Lageerkundung in das Haus geschickt. Im Anschluss sind die Tiere mit einem Sauggerät aufgenommen und in einem Behälter gesichert worden. Der Einsatz dauerte insgesamt etwa 4 Stunden. Das inzwischen verendete Tierchen wurde zur Untersuchung an das Veterinäramt des Landkreises übergeben worden.

[Textupdate 17.07.2017] Die Spinne wurde daraufhin an das Museum für Naturkunde in Berlin geschickt, um dort eine Bestimmung der Art vorzunehmen. Das Museum hat am heutigen Montag das Untersuchungsergebnis übermittelt.

Die Experten des Naturkundemuseums haben die übergebene Spinne als eine Liocranidae, also ein Tier aus der Gattung der Feldspinnen, identifiziert. Die genaue Art konnte nicht sicher bestimmt werden. Das Museum vermutet jedoch, dass es sich dabei um eine einheimische Art handelt. Als sicher wurde mitgeteilt, dass von der Spinne keine Gefahr für Menschen ausgegangen sei. „So kleine Spinnen“, ist im Bericht des Museums zu lesen, „können definitiv nicht durch unsere Haut beißen“.  Auch gelte es als sehr unwahrscheinlich, dass diese Spinne ein derartig großes Loch durch die Schale in eine Banane bohren könne. Wenn sie zum Zeitpunkt des Entdeckens aus der Banane kam, dann habe die Spinne möglicherweise von vorherigen Schalenverletzungen durch Transportschäden, Insekten oder andere Einwirkungen profitiert. Spinnen kämen, so das Museum weiter, „für so ein Schadbild an einer Banane nicht in Frage“. Abschließen schätzten die Experten jedoch ein, dass es richtig gewesen sei, in so einem Fall die Feuerwehr zu rufen, da ein Laie nicht einschätzen könne, ob es sich um ein giftiges Tier handelt.

Feuerwehreinsätze im Zusammenhang mit exotischen Tieren sind bisher recht seltene Einsatzlagen der Freiwilligen Feuerwehr Stendal. Mehrmals schon mussten in den vergangenen Jahren Schlangen und auch eine Vogelspinne gesichert werden. Es gibt entsprechende Fang- und Verwahrungstechnik, die Einsatzkräfte sind geschult, Schutzausrüstung wird für alle Varianten vorgehalten.